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GEGEN DEN STROM

Eine Chorleiterin mit Anarchopotenzial ist die zentrale Figur in "Gegen den Strom". Benedikt Erlingsson hat einen Umweltfilm der anderen Art geschaffen, der Öko-Thriller und Komödie zugleich ist.

Einer isländischen Chorleiterin um die 50, die im damenhaften Kleid zu den Proben einläuft, würde man ja allenfalls Harmoniesucht und einen gewissen Konservatismus unterstellen, aber wohl kaum anarchisches Potenzial. Halla (Halldóra Geirharðsdóttir) besitzt jedoch ein gehöriges Maß davon. Das zeigt sich bereits in der ersten Szene von "Gegen den Strom", dem neuen Film von Benedikt Erlingsson: Wir sehen Halla mit Pfeil und Bogen auf freiem Feld, wie sie geschickt ein Stahlseil über die Hochspannungsleitungen schießt und auf diese Weise für einen großräumigen Stromausfall sorgt.

"Gegen den Strom" ist ein Umweltfilm der anderen Art, witzig, warmherzig, unterhaltsam – und auf seine unkonventionelle, ja provozierende Weise sehr ernsthaft. Was für seine kriegerische Heldin auf dem Spiel steht, machen die Bilder von Kameramann Bergsteinn Björgúlfsson augenfällig: eine großartige, weite, unberührte Natur. Sie mit Flex und Sprengstoff retten zu wollen, ist sicher eine höchst fragwürdige Methode. Aber Chorgesang allein genügt halt auch nicht. (Badische Zeitung)

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